„Beruflich ärgere ich mich über diesen austauschbaren KI-Content, der überall hochgeladen wird. Texte ohne Haltung, ohne echte Erkenntnis.“

Beruflich ärgere ich mich über diesen austauschbaren KI-Content, der überall hochgeladen wird. Texte ohne Haltung, ohne echte Erkenntnis.
Beruflich ärgere ich mich über diesen austauschbaren KI-Content, der überall hochgeladen wird. Texte ohne Haltung, ohne echte Erkenntnis.

Qualitäts-Content – authentisch, nahbar und mit hoher Glaubwürdigkeit versehen – ist auch mit und durch KI wichtiger denn je. Deshalb kuratiert SCRIBERS[HUB] erstklassige TexterInnen, AutorInnen und JournalistInnen für jede Branche, jedes Thema, jeden Kanal.
In der Interview-Reihe „Content-Buzzer“ stellt Sabine Fäth – Gründerin von SCRIBERS[HUB] – Kommunikationsprofis alle 14 Tage diese Fragen…

Lisa Holzinger, Director PR & Strategy epicPR

Was bedeutet Content für Dich?

Als Kind war die Stadtbibliothek mein zweites Zuhause. Bücher haben mir Welten eröffnet, die ich sonst (noch) nicht gesehen hätte. Heute passiert das über völlig andere Kanäle, aber der Kern bleibt: Content ist für mich Zugang. Zugang zu Wissen, zu anderen Perspektiven, zu Möglichkeiten und dem Austausch dessen.
Was sich für mich geändert hat: Früher war Content knapper, heute fühlt es sich manchmal nach “zu viel” an. Die Frage ist nicht mehr „Wo finde ich Informationen?“, sondern „Welchen Quellen kann ich vertrauen?“ Das beschäftigt mich auch beruflich täglich – wem schenken Menschen ihre Aufmerksamkeit und warum?

Was war der schlechteste Content, dem Du begegnet bist?

Interessante Frage. Ich würde hier noch differenzieren, dass schlechter Content nicht automatisch langweiliger Content ist. Ich kenne Texte, die in meinen Augen nicht gut geschrieben sind, aber trotzdem funktionieren – Menschen teilen sie, reagieren darauf.
Wirklich schlecht wird Content für mich, wenn er bewusst Unwahrheiten verbreitet. Wenn jemand die vermeintliche Unwissenheit anderer ausnutzt, um Propaganda zu verbreiten. Das ist nicht nur schlecht – das kann gefährlich sein. Beruflich ärgere ich mich über etwas anderes: diesen austauschbaren KI-Content, der überall hochgeladen wird. Texte ohne Haltung, ohne echte Erkenntnis. Sie schaden nicht direkt, aber sie verwässern – und machen mir wenig Spaß beim Lesen. Guter Content wird schwerer zu finden, weil so viel Mittelmaß mit geringem Mehrwert dazwischensteht.

Wie gelingt guter Content von Mensch zu Mensch mit KI?

Ich arbeite täglich mit KI-Tools und sehe dabei zwei Welten: Die einen werfen schnell einen Prompt rein und nehmen, was rauskommt. Die anderen arbeiten mit der KI wie mit einem guten Sparringspartner.
Bei mir läuft das oft so: Erst überlege ich, was ich eigentlich will. Dann lasse ich die KI verschiedene Ansätze entwickeln, mit mir recherchieren und Infos zu sammeln. Damit schaffe ich mir einen gedanklichen Rahmen. Dann diskutiere ich sozusagen mit ihr – „Das ist zu oberflächlich“, „Hier fehlt ein Beispiel, lasse Dir Zeit und recherchiere den Punkt gründlich“. Ich weiß oft genau wo ich hin will und schreibe das auf, damit die KI mir einen optimalen Prompt erstellt, den ich anschließend weiter “füttere”. Nach mehreren Runden entsteht meist etwas, das besser ist als das, was ich alleine oder die KI alleine hinbekommen hätte.
Wer ein gutes Text- oder Contentgespür hat und weiß, worauf es ankommt, wird mit KI vermutlich noch besser. Wer das nicht so gut kann, produziert momentan mehr Mittelmaß. Einem Text merkt man an, wie überlegt, sich jemand mit ihm beschäftigt hat.

Welche Mischung an Talenten und Fähigkeiten sollte ein Content-Team heute haben?

Drei Dinge sind unverzichtbar geworden: erstens Recherche-Kompetenz. Zweitens KI-Verständnis, sie zu bedienen und zu wissen, welche wofür am besten geeignet ist. Und drittens Verteilungserfahrung, denn der beste Content nutzt wenig, wenn ihn keiner findet.
Am wichtigsten ist mir das Gespür für Menschen und Situationen. Content-Teams sollten verstehen, was ihre Zielgruppe wirklich bewegt, nicht, was sie angeblich bewegen sollte.
KI kann uns dabei helfen, Muster zu erkennen und Daten auszuwerten. Aber sie ersetzt mir nicht das gute Gespräch. Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit zu stellen und dabei ein Gespür für ehrliche, wertvolle Antworten zu entwickeln. An diese wichtigen Erkenntnisse kommen wir nur, wenn wir mit den richtigen Menschen sprechen und ihnen gut zuhören – auch zwischen den Zeilen.

Vervollständige den Satz: Content ist immer…

… persönlich, auch wenn es nicht so aussieht. Selbst der vermeintlich Langweiligste trägt die Handschrift von jemandem. Seine Entscheidungen, seine Prioritäten und seine Art zu denken. Das merkt man meist erst, wenn man viel davon liest.

 

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