„Wer billig kauft, kauft zweimal“

Wer billig kauft, kauft zweima
Wer billig kauft, kauft zweima

Qualitäts-Content ist wichtiger denn je. Deshalb vermittelt SCRIBERS[HUB] erstklassige TexterInnen, AutorInnen und JournalistInnen für jede Branche, jedes Thema, jeden Kanal. In der Interview-Reihe „Content-Buzzer“ stellt Sabine Fäth – Gründerin von SCRIBERS[HUB] – Kommunikationsprofis alle 14 Tage diese Fragen…

Julia Marie Hebenbrock, Assistentin der Geschäftsleitung DW Deutschland GmbH

Was bedeutet Content für dich?

Content ist für mich zielgruppenspezifischer Inhalt, den Menschen durch die Verbreitung über verschiedene Medien und Darstellungsformen konsumieren. Durch neue Formate und Medien entwickelt er sich stetig weiter. Dabei kann der Content von Privatpersonen oder Unternehmen erstellt werden und der Unterhaltung dienen, zu Handlungen anregen und Nutzer zur eigenen Content-Erstellung inspirieren (User-generated Content).
Besonders spannend finde ich authentischen und respektvollen Content, der schlüssig sowie ansprechend gestaltet ist und neue Gedanken anregt. Aktuelle und emotionale Inhalte stechen aus der heutigen Content-Flut besonders heraus und bleiben in Erinnerung. „Wer billig kauft, kauft zweimal“ – das lässt sich meiner Meinung nach auch auf die Content-Erstellung übertragen. Es lohnt sich viel mehr, gute Arbeit in einen Text zu investieren und damit einen positiven Eindruck zu hinterlassen, als viele belanglose Texte ohne Mehrwert zu verfassen. Wie beim ersten Eindruck eines Menschen, sollte auch Content von Anfang an überzeugen, um trotz kürzer werdender Aufmerksamkeitsspanne Interesse zu wecken. Dabei spielen Usability auf verschiedenen Endgeräten und Barrierefreiheit für Menschen mit Einschränkungen eine wichtige Rolle.
Aus Unternehmenssicht bedeutet Content, gemäß der Gesamtstrategie, empathisch über das Produkt und das Unternehmen zu informieren, relevante Inhalte mit der Zielgruppe zu teilen und so Vertrauen sowie eine Verbundenheit beim Kunden zu schaffen und letztlich die Unternehmensziele zu fördern. Neben hoher Qualität ist auch Auffindbarkeit essenziell, z. B. durch SEO oder geschickte Verbreitung über verschiedene Kanäle.
Für mich ist Content auch ein Hobby: Ich liebe es zu fotografieren und Texte über meine Reisen und fremde Kulturen zu schreiben, aber auch das Lesen von fesselnden Büchern ist für mich unverzichtbar. Diese Formen von Content konsumiere ich sehr bewusst.

Was war der schlechteste Content, dem du begegnet bist?

Laut Google ist Content qualifizierter Inhalt – doch genau diese Qualität bleibt bei schlechtem Content auf der Strecke. Für mich ist das vor allem generischer, austauschbarer Content mit unpassenden oder nicht authentischen Stockfotos, was mich langweilt, obwohl ich ja etwas konsumiere. Auch wenn Content nicht die Antworten auf meine Fragen bietet beziehungsweise das, was mir in der Überschrift versprochen wird, ist es für mich schlechter Content. Er bietet mir nicht den versprochenen Mehrwert, enthält teilweise Fehlinformationen und führt dazu, dass ich es bereue, überhaupt Zeit investiert zu haben oder den Content direkt wieder schließe. Auch Texte mit vielen Rechtschreibfehlern oder falsch benutzten Ausdrücken wie „berühmt-berüchtigt“ gehören zu dem schlechtesten Content, der mir begegnet ist. Dies kann man heute leicht durch viele kostenlose Programme vermeiden.
Als ich die Frage das erste Mal gelesen habe, fiel mir sofort ein Buch mit endlosen Sätzen ein, das dadurch so schwer verständlich war, dass ich es bis heute nicht beendet habe. Ein weiteres Beispiel ist ein Kochrezept, in dem Zutaten in der Liste, aber nicht in der Anleitung vorkommen. Ein fehlender roter Faden und unklare Gedanken sind für mich klare Merkmale schlechten Contents.

Wie gelingt guter Content in Zeiten von ChatGPT und Co.?

Künstliche Intelligenz bietet enorme Möglichkeiten, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Ich muss gestehen, dass ich die künstliche Intelligenz noch gar nicht so lange nutze. Meinen Bachelor habe ich noch komplett ohne den Einsatz von KI absolviert und auch sonst versuche ich, sparsam damit umzugehen – vor allem wegen der dabei verbrauchten Ressourcen.
Dennoch bin ich der Meinung, dass sie ein hilfreiches Werkzeug bei der Content-Erstellung ist, das mit Vorsicht genutzt werden muss: Man sollte reflektiert hinterfragen, ob die Informationen stimmen und auch vorsichtig mit sensiblen Daten (Stichwort Datenschutz) umgehen. Wie bei anderen Werkzeugen muss man erst lernen, richtig damit umzugehen und sich überlegen, was man überhaupt damit vorhat, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
Ich nutze ChatGPT gerne, um mich besser in Zielgruppen hineinversetzen zu können oder wenn ich meine Gedanken mal nicht so ordnen kann, wie ich es mir wünsche, um neue Formulierungen zu finden oder ergänzende kreative Ideen für Social Media Captions zu bekommen. Auch mit weiterführenden Quellen bekomme ich hier Hilfe, um mich tiefer in das Thema einzuarbeiten. Manchmal wird einem hier aber die Kreativität, die ich beim Texten so schätze, zum Verhängnis und es werden Quellen frei erfunden, sodass sie mir keinen Mehrwert liefern.

Vervollständige den Satz: Content ist immer…

…ein Teil unseres Lebens: Er ist vielfältig und bietet die Chance für andere Menschen und sich selbst einen Mehrwert zu liefern, wenn man ihn gut aufbereitet. Guter Content hat viel Potenzial und wird dann auch gerne weiterverbreitet.

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