Qualitäts-Content – authentisch, nahbar und mit hoher Glaubwürdigkeit versehen – ist auch mit und durch KI wichtiger denn je.
Deshalb kuratiert SCRIBERS[HUB] erstklassige TexterInnen, AutorInnen und JournalistInnen für jede Branche, jedes Thema, jeden Kanal.
In der Interview-Reihe „Content-Buzzer“ stellt Sabine Fäth – Gründerin von SCRIBERS[HUB] – Kommunikationsprofis alle 14 Tage diese Fragen…
Melanie Oetting Chefredakteurin medLife Magazin
Was bedeutet Content für Dich?
Ganz schlicht: Inhalt. Auch roher Inhalt, wie Zutaten, die in der Küche herumliegen und darauf warten, dass aus ihnen ein Gericht entsteht, das einen Geschmack, ein Gefühl, ein Erlebnis hinterlässt.
Neulich habe ich ein Interview geführt und sass danach auf fünfzehn transkribierten Word-Seiten richtig gutem Content. Trotzdem bin ich tagelang daran gescheitert, daraus einen guten Text zu erstellen. Erst nach Frust, Abstand, mehr Kaffee und einem Neustart hat es funktioniert. Der Text steht.
Was ich sagen will: Guter Content allein reicht nicht. Ein guter Text entsteht erst durch Einordnung, Kontext, dadurch, dass er beim Lesen etwas auslöst.
Ein kleines Geständnis: Ich habe den Begriff «Content» lange bewusst aus meinem aktiven Wortschatz rausgehalten. Skeptisch macht mich der Begriff bis heute. Weil er sehr Unterschiedliches unter einem Dach vereint und ich oft mehr Quantität als Bedeutung vorfinde.
Was war der schlechteste Content, dem Du begegnet bist?
Schlechter Content ist für mich der, der nichts hinterlässt. Einer meiner Lehrer im Leben stellt immer die Frage: «What’s the residue?» – was bleibt? Ich finde, das gilt für Artikel genauso wie für Bücher, Filme oder Videos. Wenn nichts in mir nachhallt, wird Content austauschbar und erscheint mir überflüssig.
Wie gelingt guter Content von Mensch zu Mensch mit KI?
Ich bin auch noch dabei, das herauszufinden. Ich denke, vom Menschen gesammelten Content kann die KI prima ordnen, strukturieren und frisieren. Dabei braucht sie eine gute Betreuung: jemanden, der mitdenkt, einordnet und mitfühlt.
Welche Mischung an Talenten und Fähigkeiten sollte ein Content-Team heute haben?
Spontan sage ich: «the more, the merrier». Das hat mit meinem Hadern mit der Tatsache zu tun, dass Teams heute sehr klein geworden sind. Was ein Redaktions- oder Content-Team braucht, sind Neugier, Lust an Sprache und die Fähigkeit, Dinge einzuordnen. Dazu kommt Handwerk: Schreiben, Redigieren, Strukturieren. Und Empathie – für Themen, Gesprächspartner:innen und Leser:innen. Tools kann man lernen, Haltung und Urteilskraft weniger.
Vervollständige den Satz: Content ist immer…
… Modelliermasse. Viel zu oft wird Content um des Contents willen produziert. Das ist etwa so langweilig wie das Füllmaterial eines Stoffhundes ohne seine Hülle. Erst die Idee, die Form, der Sinn und Zweck hauchen ihm Leben ein.


