Qualitäts-Content ist wichtiger denn je – und braucht Herz, Hirn und Haltung. Deshalb vermittelt SCRIBERS[HUB] erstklassige TexterInnen, AutorInnen und JournalistInnen für jede Branche, jedes Thema, jeden Kanal.
In der Interview-Reihe „Content-Buzzer“ stellt Sabine Fäth – Gründerin von SCRIBERS[HUB] – Kommunikationsprofis alle 14 Tage diese Fragen…
Robert Radloff Head of Strategy, Change & Communication bei Airbus + Managing Owner Fuckup Nights Hamburg + Founder FUN Hamburg e.V.
Was bedeutet Content für Dich?
Content ist für mich mehr als Information, es ist Beziehungsgestaltung.
Ob im Konzernumfeld bei Airbus, auf einer Fuckup Nights Bühne oder beim Aufbau eines Vereins: Content schafft Verbindung. Und zwar nicht irgendeine, sondern die, die gebraucht wird. Mal rational, mal emotional. Mal visionär, mal präzise.
Ich bin der Überzeugung: Wer Content macht, übernimmt Verantwortung für Aufmerksamkeit.
Das bedeutet: Kenne dein Publikum. Erkenne, was es braucht. Und schaffe Content, der nicht dich im Mittelpunkt hat, stattdessen die Verbindung zwischen Idee und Empfänger:in.
Content ist für mich damit auch immer ein Kulturwerkzeug. Er transportiert nicht nur eine Botschaft, sondern Haltung, Relevanz und Wirkung.
Was war der schlechteste Content, dem Du begegnet bist?
Schlechtester Content ist der, der vorgibt, für Menschen gemacht zu sein, in Wahrheit allerdings nur die eigene Wichtigkeit betonen will.
Ich habe Hunderte Beispiele gesehen: PowerPoint-Schlachten mit 10 Schriftarten, interne Memos voller Phrasen wie „Change Readiness Excellence“, LinkedIn-Posts mit Buzzword-Bingo ohne Aussage. Noch schlimmer: Content, der Angst schürt oder Schuld zuweist, statt Orientierung zu geben.
Aktuellstes Beispiel des Geschäftsführers der Charta der Vielfalt, der in einem reißerischen Post ein Bild der Bundesregierung kritisiert, auf dem ihm zu wenige Frauen zu sehen sind. Hier ist offensichtlich Ego, Populismus, Klicks, Likes & Shares die Motivation, anstatt über Diversität zu sprechen und aufzuklären. – Funktioniert hats auf jeden Fall –
Besonders ärgerlich finde ich Content, der weder Kopf noch Herz erreicht. Der sich nicht entscheidet, ob er informieren, motivieren oder transformieren will – und dadurch alles verfehlt.
Kurz: Schlechter Content ist wie eine schlechte Führungskraft: viel Lärm, wenig Klarheit, null Wirkung. Eine Headline von mir war mal: “Reichweite ohne Verantwortung ist nur Lärm…”
Wie gelingt guter Content von Mensch zu Mensch mit KI?
Guter Content entsteht, wenn Mensch und KI wie ein gutes Tandem fahren und nicht wie zwei, die sich gegenseitig die Lenkung aus der Hand reißen.
Ich nutze KI gern für Struktur, Inspiration, Iteration. Sie spart Zeit, öffnet kreative Schleusen und hilft mir, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Aber: Die Haltung, der Mut zur Lücke, die Reibung, das kommt von mir.
Gerade im Change-Kontext oder in der Arbeit mit emotionalen Themen wie Fehlerkultur zeigt sich: KI kann der Verstärker sein, nicht der Absender.
Wenn wir es schaffen, Menschlichkeit und Präzision zu verbinden, rational und emotional, dann entsteht Content, der etwas bewegt. Und genau das ist mein Anspruch.
Welche Mischung an Talenten und Fähigkeiten sollte ein Content-Team heute haben?
Ein gutes Content-Team ist wie ein Orchester: Unterschiedliche Instrumente, ein gemeinsames Stück und immer genug Raum für Improvisation.
Ich bringe viel Impro, Haltung und Story, ich brauche allerdings auch den analytischen Blick, die UX-Finesse, das Datenverständnis und die Fähigkeit, trockene Fakten lebendig zu machen.
Für mich braucht es:
- Menschen mit strategischem Weitblick
- Gestalter:innen mit visuellem Feingefühl
- Psychologisch geschulte Menschen mit Gespür für Resonanz
- Menschen, die mutig sind, aber nicht egozentrisch
- Und ja: auch die Excel-Perfektionist:innen, die ich manchmal nicht verstehe, aber sehr schätze
Ohne psychologisches Grundverständnis, Diversität und Zielgruppenbezug geht heute gar nichts mehr. Wer für Menschen kommuniziert, sollte Menschen verstehen. Punkt.
Vervollständige den Satz: Content ist immer…
… eine Einladung zur Verbindung! & nicht zur Selbstdarstellung!


