Qualitäts-Content – authentisch, nahbar, glaubwürdig – ist mit und durch KI wichtiger denn je. Deshalb kuratiert SCRIBERS[HUB] erstklassige TexterInnen, AutorInnen und JournalistInnen für jede Nische und jeden Medienkanal.
In der Interview-Reihe „Content-Buzzer“ stellt Sabine Fäth – Gründerin von SCRIBERS[HUB] – Kommunikationsprofis alle 14 Tage diese Fragen …
Hilge Kohler, Dozentin/Trainerin/Autorin für Rhetorik, Text und Storytelling
Was bedeutet Content für Dich?
Jede Aussage, die es sich lohnt zu veröffentlichen. Wenn auf einer Podiumsdiskussion Argumente ausgetauscht werden und ich daraus ein Zitat auf LinkedIn stelle, dann wird das Zitat ein Stück Content. Das allein ist noch keine Kommunikation, aber guter Content kann einen Dialog starten.
In meinem Newsletter „Klare Worte“ veröffentliche ich zum Beispiel kuratierten Content von Kolleg:innen. Oft spricht mich später jemand auf etwas an, das im Newsletter stand. Neulich schrieb mir eine Kollegin, sie werde meinen „Prompt des Monats“ in ihrem Seminar ausprobieren. Wenn sie mir später erzählt, wie es lief, werde ich im Newsletter über ihre Erfahrungen schreiben. So kann aus Content Kommunikation werden, und das ist für mich der Sweet Spot.
Was war der schlechteste Content, dem Du begegnet bist?
Definiere “schlecht”. Neulich postete jemand auf LinkedIn, dass er eine Auszeit braucht. Nach xy Jahren Startup-Gründung, Ehrenamt, spannenden Höhen und einigen Tiefen sei es Zeit. Er zählte seine Meilensteine auf, was er alles erreicht hat und was er noch vorhat. Und am Ende sagte er: Deshalb geht er jetzt vier Wochen in Urlaub.
Ist das guter Content oder nicht? Der Post hat performt. Erfüllt er seinen Zweck? Vielleicht ja. Aber für mich zeigt es den Unterschied zwischen strategischem und aufrichtigem Kommunizieren. Wenn es um persönlichen Content geht, ist mir aufrichtig wichtiger als strategisch.
Wie gelingt guter Content von Mensch zu Mensch mit KI?
Wir müssen unsere eigenen Gedanken in den Text bringen und unsere Persönlichkeit zeigen. Mit KI ist das kein Selbstläufer. Sprachmodelle formulieren geschliffen, egal worum es geht, und wir merken gar nicht, wie dünn der Inhalt ist.
Deshalb trainieren wir in meinen Seminaren im Schreiben mit KI nicht nur, strukturiert zu prompten und Stil-GPTs zu erstellen. Vor allem trainieren wir, KI in den Workflow zu integrieren so, dass die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck kommt.
Das spart übrigens keine Zeit. Das will ich auch nicht, wenn es um die Kommunikation mit anderen Menschen geht. Aber KI kann helfen, die eigenen Gedanken zu hinterfragen, Blickwinkel zu challengen und neue Perspektiven aufzugreifen. Also nicht schneller, sondern besser zu kommunizieren.
Welche Mischung an Talenten und Fähigkeiten sollte ein Content-Team heute haben?
Durch KI wandelt sich das Profil der Content Teams. Wir brauchen alle Fähigkeiten wie bisher, vom journalistischen Denken über Textkompetenz und Strategie bis zu Storytelling. Neu dazu kommen zwei Fähigkeiten.
Erstens müssen Content Teams dafür sorgen, dass KI nicht die Brand Voice verwässert, und das braucht ein aktives Stil-Management. Und zweitens müssen sie dafür sorgen, dass der Einsatz von KI keine Fails oder Halluzinationen produziert.
Kleine Fehler können immensen Schaden verursachen und im Handumdrehen den Ruf des Unternehmens beschädigen. Deshalb brauchen Content Teams jemanden, der explizit die Reputation unter KI schützt, ohne die Kommunikation zu bremsen.
Vervollständige den Satz: Content ist immer…
… eine Chance, Menschen zu erreichen und Dinge zu bewegen.


